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Für immer und ewig besteht aus vielen ‘jetzt’. (Seite 68)

 

Cover: Das Winterwunder von Friday Harbor

 

Zum Inhalt

Maggie Collins hat zwei Jahre nach dem Tod ihres Mannes auf der Seattle vorgelagerten Insel San Juan einen Spielzeugladen eröffnet. Eines Tages tauchen dort Mark und seine Nichte Holly, die seit dem Tod ihrer Mutter bei ihm lebt, auf. Zwischen beiden sprühen die Funken, allerdings will sie keine feste Bindung und er ist in festen Händen; doch Holly faßt sofort Vertrauen zu Maggie. Auf der kleinen Insel bleibt es aber nicht aus, daß man sich immer wieder über den Weg läuft...  

 

 

Kommentar / Meine Meinung

Das Buch war mir sowohl durch das Cover als auch den Buchrückentext, der eine Geschichte, wie ich sie zur Weihnachtszeit gerne lese, aufgefallen. Leider hat das Buch meinen Erwartungen zwar weitgehend, aber nicht ganz entsprochen; vermutlich gehöre ich nicht zur Zielgruppe. Die Geschichte selbst hat mir gefallen, sie war auch gut erzählt und hat sich so entwickelt, wie man das von einem Buch dieses Genres (Romance / Weihnachten) erwarten darf. Da gibt es nichts zu meckern. Es ist ein Buch aus einem säkularen Verlag, da gibt es denn auch keinen Hinweis darauf, daß Weihnachten eigentlich ein christliches Fest ist. (Das ist jetzt eine Feststellung, keine Kritik, da mir das vor dem Lesen schon klar war.)

Was ich persönlich etwas unpassend fand war, daß - wie drücke ich mich aus - daß der Fokus so sehr auf körperlichen (fast hätte ich geschrieben animalischen) Reaktionen bzw. Merkmalen der Hauptdarsteller („muskulös“, „gut gebaut“ etc.) lag. Daß Mark attraktiv war, kann ja ruhig erwähnt werden. Eine oder zwei Wiederholungen übers Buch verstreut wären auch akzeptabel. Aber muß das dann immer wiederholt werden, wenn er auftritt? Muß wirklich (nahezu) jedes Mal betont werden, wie attraktiv er ist? Ich war auf diese Sichtweise nicht gefaßt, weil weder Cover noch Inhaltsangabe darauf hinwiesen (vielleicht der Verlag, aber das war das erste Buch aus selbigem, was ich gelesen habe). Mir ist es möglicherweise auch deshalb so aufgefallen, weil die Autorin das meiner Meinung nach eigentlich nicht nötig gehabt hätte; oder wird solches in diesem Genre verlangt? Sie kann gut erzählen, und die Geschichte selbst hat mir, ich wiederhole mich, auch sehr gut gefallen. Ein solches „Aufpeppen“ wäre nicht nötig gewesen. Aber andere sehen das möglicherweise ganz anders.

„Keine Spur kitschig“ wird Publishers Weekly auf dem Buchrücken zitiert. Ob man das in Europa auch so sieht, mag dahingestellt sein, also ein paar Stellen zumindest würde ich schon in Richtung kitschig bezeichnen, was in diesem Fall jedoch nicht negativ gemeint ist, da ich solches von so einem Buch geradezu erwarte. Hätte man da das rein körperliche etwas zurückgenommen, wäre es für mich ein richtig rundes Buch geworden.

Die Geschichte hat einiges an Potential und ich wäre gerne noch hundert Seiten (oder auch mehr) dabei geblieben. Mit den Hauptfiguren habe ich mich schnell angefreundet; gefallen hat mir, daß diese (nach Beschreibung der Autorin) durchaus nicht immer dem gängigen Ideal entsprachen. Auch, und auch das sei erwähnt, legen Maggie wie Mark Wert auf mehr als nur Äußerlichkeiten. Bedingt durch die Kürze des Romans sind sie nicht bis ins Letzte beschrieben, eine gute Vorstellung bekommt man dennoch von ihnen. Recht lange habe ich gebraucht, bis ich Maggies Bedenken gegen eine neue Bindung nachvollziehen konnte. Rückblickend fand ich ihre Entwicklung nachvollziehbar und glaubhaft.

Ob ich dieses Buch nun direkt als „Weihnachtsbuch“ einordnen würde, darüber ließe sich trefflich streiten, auch wenn es am Weihnachtsabend endet. Es läßt sich mE auch gut im Herbst oder Frühjahr lesen, am besten natürlich im Winter. Ich mag solche Geschichten, die in einer relativ überschaubaren Welt (hier die Insel) spielen und werde in die Folgebände mit Sicherheit einen Blick werfen. Denn wie erwähnt, trotz des angesprochenen Mankos hat mir die Geschichte (sowie der Schreibstil der Autorin) gut bis sehr gut gefallen. Ob ich allerdings bis zum April 2013 warte oder nicht schon früher zum amerikanischen Original greife, ist noch nicht entschieden.  

 

Kurzfassung

Eine durchaus bezaubernde, manchmal vielleicht zu „irdische“, Geschichte über zwei Menschen, die sich über ein Kind finden.  

 

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Über die Autorin

Lisa Kleypas wurde 1964 geboren, ist verheiratet und hat zwei Kinder. Sie schrieb mit 21, gerade zur "Miss Massachusetts" gewählt, ihren ersten Roman. Ihre Bücher wurden in vierzehn Sprachen übersetzt und sind sowohl historical als auch contemporary Romances.  

 

Bibliographische Angaben

186 Seiten, kartoniert Originaltitel: Christmas Eve at Friday Harbor. Aus dem Amerikanischen von Anita Sprungk
Verlag: Mira Taschenbuch, Hamburg 2012